Der Hund als Klimaschädling

Die aktuellen Diskussionen um Klimaschutz und CO2-Bilanz treiben manchmal komische Blüten. In diesem Falle im Form einer Untersuchung über die Anteile an der Luftverschmutzung und damit der CO2-Bilanz von Haustieren, genauer gesagt von Hunden. Wurden schon Kühe als umweltschädlich klassifiziert, kann der Hund sich nicht raus reden. 

Vegetarier klar im Vorteil

Die Kühe wurden als CO2-Schleudern abgestempelt, weil sie über das Ablassen von Gasen aus allen Körperöffnungen die Luft mit CO2 anreichern würden. Der Vorwurf wurde aber halbwegs entkräftet, weil die Tiere ja auch Grünzeug in Form von Gras und Büschen zu sich nehmen, die das Gas beim Wachstum gebunden haben. Ähnlich argumentieren auch Kaminbesitzer, wenn es um das Verbrennen von Holz geht und im Grunde ist das auch richtig. Da der Hund aber nicht von der Vegetation lebt, sondern eher die Kühe selbst verzehrt, wird er zum Schuldigen.

Wie man es rechnet

Die Tierhaltung erfordert Fläche, auf der die Tiere wiederum Biomasse verschlingen, welche dann nämlich in Zukunft kein CO2 mehr binden kann. Ganze 0,84 Hektar landwirtschaftliche Fläche verbraucht die Futterversorgung des vierbeinigen Freundes im Jahr. Aufgestellt haben diese gewagte Rechenart die Autoren Brenda und Robert Vale aus Australien. Sie schrieben darüber sogar ein ganzes Buch mit dem Titel „Time to eat the dog?“. Außerdem wagten sie den Vergleich und kamen zu dem Schluss, dass damit erwiesen wäre, dass der Fleischbedarf eines Jahres für den besten Freund des Menschen das Klima mehr belastet, als die Energiebilanz des zweitbesten Freundes des Menschen, des Autos. Denn sowohl die Herstellung als auch die Betankung eines Autos, und dabei sogar die eines Geländewagens nicht nur eines Kleinwagens, belaste das Klima mehr. Die Veröffentlichung der Ergebnisse hat wilde Diskussionen ausgelöst, ob man vergleichen dürfe, was nicht vergleichbar wäre und ob damit nicht der Legitimation zum sinnlosem Verbrauch von Ressourcen Vorschub geleistet würde. Sicherlich sollte man jede Möglichkeit prüfen, die Umwelt zu schonen und zu schützen, aber eine Genauigkeit ist so nicht gewährleistet. Wenn man so genau vorgeht müsste man den Besitzern der Vierbeiner vielleicht auch ankreiden, dass die Hunde Zubehör aus Plastik kriegen, welches wiederum aus Rohöl hergestellt wird.

Im Ernst

Laut einer vergleichbaren Studie machen jedoch auch Katzen einen Anteil an der CO2-Bilanz eines Menschen in Höhe von zwei Prozent aus. Ein Wissenschaftler der Universität Cambridge in England, der sich damals zu dieser Studie äußerte, merkte jedoch an, dass es sich schon ab einem Prozent lohne über den persönlichen Lebensstil nachzudenken und damit auch über die An- bzw. Abschaffung eines Haustieres.