Der Winter in Deutschland ist immer länger als es dem Deutschen lieb wäre. Der eigene Garten erscheint nicht mehr grün, sondern grau und farblos. Wer in der kalten Jahreszeit nicht auf sein tägliches Grün verzichten möchte, der könnte sich überlegen, ein Gewächshaus anzulegen.
Saison ist das ganze Jahr über
Gewächshäuser sind den meisten wohl eher aus der Landwirtschaft bekannt, die daran interessiert ist, das ganze Jahr über saisonales Gemüse anbieten zu können. Wer möchte schon im Winter auf seine Paprika verzichten? Daher nutzen Landwirtschaftsbetriebe Gewächshäuser im großen Stil. In Österreich etwa befindet sich eines der größten Anbauzentren für Paprika, obwohl dies klimabedingt eigentlich nicht möglich sein sollte. Aber nicht nur in der Landwirtschaft finden Gewächshäuser Anwendung, sondern auch in Privatgärten werden Zierpflanzen oder kleinere Anbauflächen mit Gemüse oder Obst gehalten. Sogar in Schrebergärten muss man nicht darauf verzichten, deswegen soll hier eine kleine Einführung in das Thema geboten werden.
Von botanischem Interesse zur Landwirtschaft in großem Stil
Gewächshäuser gibt es seit den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts. Der Botaniker Nathanial Ward wollte seine exotischen Pflanzen das ganze Jahr über anbauen und erforschen können, doch das Klima seines Heimatlandes ließ dies nicht zu. Deswegen entwickelte er die erste Form des Gewächshauses, damals noch mit Holz und Glas. Dies förderte eine Modebewegung: Wohlhabendere Menschen dieser Zeit wollten ihre Zierpflanzen das ganze Jahr über bewundern können, was durch die Gewächshäuser Nathanial Wards ermöglicht wurde. Erst durch die Industrialisierung jedoch bildeten sich die Gewächshäuser heraus, wie wir sie heute kennen. Nicht mehr zu rein wissenschaftlichen oder ästhetischen Zwecken konnten die neuen Modelle aus Glas und Metall, heute PVC oder PE und Metall in der Landwirtschaft genutzt werden. Das geht heute sogar soweit, dass über komplexe Bewässerungs- und Klimatechnologien Pflanzen ohne Erde in einem Substrat gehalten werden können, damit Erntezeitraum und Größe der Pflanzen exakt planbar werden.
Der Privatmann muss nicht verzichten
Mittlerweile sind die Gewächshäuser natürlich nicht mehr nur ein Spielzeug der wohlhabenden Bevölkerung. Für vergleichsweise niedrige Preise kann sich auch der Mittelstand ein Gewächshaus in seinen Garten stellen. Darin müssen nicht notwendigerweise nur Gemüse oder Zierpflanzen gehalten werden, sogar Wein kann man unter bestimmten Umständen anbauen (wobei dabei sicherlich die Größe entscheidend ist). Die heutigen Gewächshäuser lassen sich beliebig anpassen, was Beheizung und Bewässerung angeht. Aber es muss nicht immer gleich ein komplettes Gewächshaus sein: Wer einen Kleingarten besitzt, kann etwa Jungpflanzen in einem simplen Kasten mit verstellbarem Fensterglas heranziehen, daher in einem sogenannten Frühbeet. Einfaches Öffnen und Schließen der Scheibe bewirkt die entscheidenden Klimaveränderungen und lässt die Pflanzen gut wachsen und gedeihen.

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