In den letzten Jahren hat die Gewinnung von Erdwärme stark zugenommen. Bei der Erdwärmegewinnung unterscheidet man zunächst zwischen oberflächennaher Geothermie und Tiefengeothermie. Die Unterscheidung ist einfach: Die Tiefengeothermie beginnt ab einer Tiefe von 400 m und ist für €œNormalbürger€ daher kaum geeignet.
Bei der oberflächennahen Erdwärmegewinnung gibt es 3 Varianten:
1. Horizontal flach (bis ~ 2 m Tiefe) angeordnete Flächenkollektoren
2. Vertikalbohrungen mit Erdwärmekollektoren
3. Entnahme der Erdwärme aus dem Grundwasser
Zu den einzelnen Varianten:
Alle Varianten beruhen darauf, dass das Erdreich (und das Grundwasser) das gesamte Jahr über eine weitgehend konstante Temperatur hat (um 10° C). Bei den Flächenkollektoren und den Erdwärmesonden wird durch ein Rohrsystem eine wärmespeichernde Flüssigkeit (Sole, Glycol o.ä.) geleitet, die die Erdwärme aufnimmt und dann über einen Wärmetauscher im Haus wieder abgibt. Bei der Gewinnung aus Grundwasser wird das Grundwasser direkt zum Wärmetauscher gepumpt und anschließend wieder infiltriert.
Vor- und Nachteile der 3 Varianten:
1. Flächenkollektoren können praktisch überall eingebaut werden. Nachteile sind der Platzbedarf (Fläche) und die geringe Einbautiefe, die nicht vollständig vor Witterungseinflüssen schützt. Daher haben Flächenkollektoren auch nur einen vergleichsweise geringen Wirkungsgrad.
2. Erdwärmesonden werden i.d.R. bis maximal 100 m Tiefe gebohrt, weil Bohrungen, die über diese Tiefe hinausgehen, einer bergrechtlichen Genehmigung bedürfen. Vorteile von Erdwärmesonden sind der gute Wirkungsgrad und die Unabhängigkeit von den Untergrundverhältnissen. Man kann sie (fast) überallhin setzen. Allerdings ist eine wasserrechtliche Erlaubnis für die Bohrungen erforderlich. Problematisch kann es werden, wenn im Untergrund mehrere Grundwasserleiter anstehen oder das Gebiet verkarstet ist.
3. Vorteilhaft ist die einfache Technik, nachteilhaft die Abhängigkeit von den natürlichen Bedingungen. Für die Gewinnung von Wärme aus Grundwasser muss zunächst ein ausreichender Grundwasserleiter vorhanden sein. Und das Grundwasser muss von hinreichender Qualität sein. Zu viel Eisen, Kalk oder Mangan führen zu einem Verschluss der Leitungen und können die Gewinnung beeinträchtigen.
Zum Schluss:
Erdwärmegewinnung benötigt Strom. Wenn man Erdwärmenutzung mit Elektrovoltaik kombiniert, kann man sich in weiten Teilen von den horrenden Kosten der Energiekonzerne frei machen. Für Altbauten bedingt geeignet, für Neubauten in jedem Fall.

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